5.2 Präsentation der Standortbestimmung
Nachdem die Werte, die der Anti-Diskriminierungspolitik zugrunde liegen sollen, erarbeitet worden sind und die Standortbestimmung (Nach der Präsentation der Standortbestimmung sollte ausreichende Zeit gegeben werden, um die Ergebnisse in Ruhe zu überdenken. Den festgestellten Stärken und zufrieden stellenden Ergebnissen ist ebensoviel Aufmerksamkeit wie den Defiziten zu schenken.
Als Ansatzpunkt von Codes of Conduct sind beide ähnlich wichtig. Die Sicherstellung von bereits Erreichtem ist ebenso bedeutend wie die Behebung von Defiziten.
Vor allem sollte vermieden werden, zur Behebung einzelner – negativer – Ergebnisse reflexartige Maßnahmen zu beschließen.
Für die weitere Arbeit empfiehlt sich die Erstellung einer Prioritätenliste, in der festgehalten wird, welche Stärken abgesichert und welche Schwächen behoben werden sollten.
Arbeit in der Steuergruppe
In dieser Phase sind idealtypisch vier Sitzungen der Steuergruppe notwendig (A-D).A. Vorstellen der Standortbestimmung – Erklärung der Ziele und Methoden
- Aufgabe: Information der Steuergruppe über Ziele, Vorgangsweise, Bedeutung und Zeitaufwand der Standortbestimmung
- Vorgehen: ProjektleiterIn stellt gemeinsam mit externen ExpertInnen (für Monitoring und Evaluation) das Ziel der Standortbestimmung (umfassendes Bild des Unternehmens) dar. Die Vorgangsweise (Fragebogen, Interviews, Sammlung und Auswertung von Unternehmensdaten) wird besprochen. Die Steuergruppen-Mitglieder werden in die Sammlung der Daten einbezogen:
- Was gibt es und kann von wem am leichtesten organisiert werden?
- In welchem Zeitrahmen ist das möglich?
- Wie können MitarbeiterInnen zur Mitarbeit angeregt werden?
- Welche Geheimhaltungsregeln gibt es?
- In welcher Zeit können die Informationen beschafft werden, wie lange dauert die Auswertung durch die ExpertInnen?
- Klären, welche Informationen für die ExpertInnen unbedingt zugänglich sein müssen.
Es ist sehr sinnvoll, bereits bei der ersten Information aller MitarbeiterInnen über das Projekt detailliert auf die Standortbestimmung einzugehen und allfällige Probleme damit anzusprechen. Ebenso muss die Vertraulichkeit der Interviews gewährleistet werden. So werden zum Beispiel bei der Auswertung der Standortbestimmung durch externe ExpertInnen nur Ergebnisse, nicht aber Transskripte der Interviews weitergegeben.
B. Situationsdarstellung – Präsentation der Ergebnisse der Standortbestimmung für die Steuergruppe
- Aufgabe: Präsentation der Ergebnisse. Möglichkeiten zur Nachfrage
- Vorgehen: Die Präsentation sollte optisch (Powerpoint, Flipchart) unterstützt und schriftliche Kurzzusammenfassungen der Ergebnisse verteilt werden. Es empfiehlt sich, die Langfassung der Standortbestimmung erst nach der Präsentation (oder überhaupt noch später) zu verteilen, um die Aufmerksamkeit der TeilnehmerInnen zu erhöhen. Es sollte darauf hingewiesen werden, dass es bei dieser Steuergruppen-Sitzung „nur“ um die Präsentation der Ergebnisse der Standortbestimmung geht. Eine sofortige Diskussion über Maßnahmen und darüber, welche Teile den anderen MitarbeiterInnen präsentiert werden können, sollte auf einen späteren Termin verschoben werden. Falls die Diskussion immer wieder darauf kommt, sollte sofort ein Termin dafür ausgemacht werden, auf den dann verwiesen werden kann.
C. Planen der Präsentation der Standortbestimmungen für MitarbeiterInnen
- Aufgabe:
- Welche Ergebnisse der Standortbestimmung sollen wie und welchen MitarbeiterInnen vorgestellt werden?
- Vorgehen: Als Einleitung sollte den Steuergruppe-Mitgliedern Möglichkeit zu Fragen zur Standortbestimmung gegeben werden. Aus der Standortbestimmung ergeben sich meist besondere Schwerpunkte und Fragestellungen für bestimmte Gruppen (mittleres Management, Mann/Frau, Außendienst/Innendienst, mit/ohne KundInnenkontakt,...). Es ist manchmal sinnvoll, z.B. einzelnen Abteilungen oder einzelnen Hierarchieebenen gemeinsam über die Standortbestimmung zu berichten. Problematisch kann es dagegen sein, z.B. für Frauen und Männer, oder für MigrantInnen und Nicht-MigrantInnen getrennte Präsentationen durchzuführen, da so bestehende Gräben vertieft werden könnten. Wenn sich diese Gruppen nicht „wie von selbst“ ergeben, sollten sie anhand einer Liste der wichtigsten Ergebnisse ausgesucht werden.Z.B.: „Die am häufigsten genannten Themen sind Rekrutierung, Informationsweitergabe und Teilnahme an Bildungsmaßnahmen. Welche Gruppen haben bezüglich dieser Themen ähnliche Interessen oder Aufgaben? Für wen sind diese Themen mehr oder weniger wichtig?“ Bei der Planung der einzelnen Präsentationen empfiehlt es sich, folgende Punkte zu berücksichtigen:
- Wann kann ich die Zielgruppe am besten erreichen?
- Welche Erfahrungen gibt es unternehmensintern? Gibt es regelmäßige Treffen dieser Zielgruppe, in deren Rahmen die Präsentation stattfinden kann?
- Welche Medien soll ich verwenden?
- Ist es sinnvoll, z.B. einen Dolmetsch beizuziehen, Infomaterial in mehreren Sprachen mitzunehmen?
STOLPERSTEIN
Die Steuergruppe meint, nur ein Teil der MitarbeiterInnen soll informiert werden.
Es muss darauf hingewiesen werden, dass eine Veränderung der Unternehmenskultur von allen getragen werden muss, um nachhaltig wirksam zu sein. Deshalb sollten jedenfalls ALLE MitarbeiterInnen informiert werden. Die Art der Präsentation muss aber der Zielgruppe angepasst sein.
D. Ergebnisdiskussion der Standortbestimmung
- Aufgabe: Ergebnisse der Standortbestimmung in Hinblick auf weiteres Vorgehen besprechen.
- Vorgehen: Es ist sinnvoll, die Ergebnisdiskussion zumindest als eigenen Tagesordnungspunkt eines Treffens mit der Steuergruppe anzusetzen, auch wenn es bereits im Rahmen anderer Steuergruppen- und informeller Gespräche Diskussionen darüber gegeben hat. Insbesondere sollte abgefragt werden:
- Welche Themen waren überraschend, welche nicht?
- Welche Probleme sollten zuerst gelöst werden (Prioritätenliste)?
- Welche positiven Ergebnisse gibt es?


















