1.1 Gesellschaftspolitische Überlegungen
Früher war es ausreichend, wenn ein Unternehmen günstige Rohstoffe, Produkte und Dienstleistungen der Nachfrage entsprechend anbot. Heute entscheiden aber auch noch andere Faktoren über das, was nachgefragt wird. KonsumentInnen wollen in verstärktem Maße ihr eigenes soziales Gewissen zufrieden stellen und verlangen daher von jenen, die sie mit dem Notwendigsten des Lebens versorgen, nachhaltige, umweltfreundliche und humanitär einwandfreie Arbeit.Unternehmen müssen also zunehmend ökologische und soziale Verantwortung übernehmen, wenn sie wettbewerbsfähig bleiben wollen.
Dieser Trend zur so genannten
Bei den
Warum folgen immer mehr Unternehmen diesem Trend zu anti-diskriminierenden Selbstverpflichtungen und welche positiven Auswirkungen können diese bringen?
1.1.1 Der Entstehungskontext
Ursprünglich wurden die meisten Codes of Conduct als Reaktion auf Forderungen unterschiedlicher gesellschaftlicher Interessensgruppen formuliert und umgesetzt. Codes of Conduct entstanden in den 1960er Jahren in den USA als Folge der Forderungen der Bürgerrechtsbewegung nach Integration und Chancengleichheit für marginalisierte Gruppen wie Afro-AmerikanerInnen und Frauen. Diese Codes of Conduct erlangten maßgebliche Bedeutung für Bildungsinstitutionen und öffentliche Behörden, wodurch rassistisches und ausgrenzendes Verhalten zum Tabu erklärt wurde.Eine Vorreiterrolle in Europa übernahmen kurz danach die ehemaligen Kolonialstaaten Großbritannien und die Niederlande, die sich früher als andere Staaten mit der Notwendigkeit zur Integration gut qualifizierter MigrantInnen in den Arbeitsalltag und das öffentliche Leben konfrontiert sahen.
1.1.2 Diversity als Ressource
Vielfalt (Diversity) im Hinblick auf den sprachlichen, ethnischen, religiösen Hintergrund, gesellschaftlich geprägte Unterschiede (Gender) oder Lebensweisen, wird in Zeiten voranschreitender Globalisierung zunehmend als Stärke und Ressource am Arbeitsplatz erkannt. In Zusammenhang damit wird Ausgrenzung aufgrund solcher Unterschiede in Unternehmen als nicht tolerierbar und als nicht mehr leistbar begriffen.Durch das Tolerieren diskriminierenden Verhaltens im Unternehmen leiden, wie unter 2.2 näher ausgeführt, nicht nur Arbeitsklima und Produktivität. Diese Effekte sind auch nach außen hin sichtbar, die MitarbeiterInnen identifizieren sich nicht mit dem Unternehmen, wirken unmotiviert und unzufrieden. Die Wahrscheinlichkeit, dass einzelne KundInnen oder andere GeschäftspartnerInnen wenig respektvoll behandelt werden steigt zudem, wenn diskriminierendes Verhalten im Unternehmen kein Tabu darstellt. Dies beeinflusst die Performance des Unternehmens nach außen und die Wettbewerbsfähigkeit negativ.
Kleinere Unternehmen hinken dieser Entwicklung teilweise aufgrund eingeschränkter Personalressourcen und Strukturen noch ein bisschen nach. Aber auch dort wurde erkannt, dass Wertschätzung gegenüber allen MitarbeiterInnen ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist, durch den Reibungsverluste aufgrund von Konflikten minimiert werden können und der weitere positive Effekte nach sich zieht.
Die Bedeutung eines Code of Conduct liegt v.a. darin, wie sich ein Unternehmen positioniert und selbst definiert. Ein Code of Conduct kann zwar Einfluss auf das Verhalten der MitarbeiterInnen haben, er reicht aber nicht allein aus um Einstellungen zu verändern. Um einen Code of Conduct tragfähig und effektiv zu machen, sind umfassendere, weiterführende Maßnahmen daher unabdingbare Voraussetzung. Die Betonung liegt dabei auf

















